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Seekrankheit

Das leidige Thema Seekrankheit kann man mit verschiedenen Tricks und vor allem Reisetabletten sehr gut in den Griff bekommen. Da unsere Segeltörns aber so geplant werden, dass wir uns allabendlich in ruhigem Wasser oder im Hafen befinden, hat der Körper genug Ruhephasen um sich schnell an die Umstände auf See zu gewöhnen. Bei ungünstigen Wetterlagen kann natürlich auch ein Tag an Land oder in einer ruhig gelegenen Bucht eingeplant werden. Also, keine Angst die Seebeine wachsen jedem von ganz allein und wenn nicht hier noch ein paar wichtige Infos:

Wie entsteht sie und was hilft?

Was passiert eigentlich im Körper, wenn man seekrank wird?

Man nennt Seekrankheit auch u.a. Reise- oder Bewegungskrankheit (medizinischer Fachbegriff: Kinetose / griech. kinein = bewegen). Symptome sind oft z.B. zu Beginn Müdigkeit /gähnen, Blässe, Schwindelgefühl, Kreislaufprobleme und starke Kopfschmerzen bishin schließlich zu Übelkeit und Erbrechen.

Auslöser der Seekrankheit sind in aller Regel ungewohnte (passive) Bewegungen wie zum Beispiel während einer Autoreise oder Busfahrt, auf Schiffen oder aber sogar auch auf Plattformen und Aussichtstürmen mit leichter, fast nicht wahrnehmbarer Schwingung. All das sind Situationen, auf die der Körper mit "Seekrankheit" reagieren kann.

Warum wird man seekrank?

Vielen Fachleuten zufolge entsteht dann Reisekrankheit, wenn die Sinnesorgane (Augen, Gleichgewichtssinn/ Innenohr) widersprüchliche Informationen zur räumlichen Lage und Bewegung des eigenen Körpers liefern. Dieser Konflikt im Gehirn löst dann die Symptome wie Erbrechen etc aus, wobei bis heute nicht erforscht ist, ob es sich dabei um einen "Fehler" handelt, der auf die Irritationen des Gehirns zurückzuführen ist oder der Reflex des Erbrechens, der ja eigentlich eine Schutzfunktion unseres Körpers gegen Vergiftungen darstellt, diesbezüglich sogar einen Zweck darstellt.

Aber der Körper bzw. das Gehirn ist immerhin anpassungsfähig: nach zwei bis drei Tagen lassen die Symptome bei den meisten Menschen nach.

Eine weitere Hypothese (siehe Tipps unten) begründet sich in der Annahme, dass Seekrankheit eine Histaminvergiftung des Körpers darstellt.

Was hilft gegen Seekrankeit?

Medikamente auf schulmedizinischer & homoöphatischer Basis

Gerade bei seekranken Kindern sollte man allerdings nicht auf irgendwelche womöglich hochdosierten Medikamente in Eigenverordnung zurückgreifen, sondern sich vor der Reise beim Kinderarzt bzw. in einer Apotheke ausführlich beraten lassen.

Einige dieser Medikamente wie z.B. die zwar hochwirksamen, verschreibungspflichtigen und für Kinder ohnehin nicht geeigneten Scopoderm Pflaster (Wirkstoff Scopolamin, ein Anticholinergikum), führen nämlich nicht nur zu Müdigkeit sondern mitunter zu weiteren erheblichen Nebenwirkungen wie Sehstörunge und sogar Halluzinationen und können sogar bei einigen Personen zu kardiologischen Nebenwirkungen führen.

Aufgrund der teilweise bedenklich starken Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen verzichten wir hier bewusst auf die Nennung bestimmter Päparatenamen der stärkeren Sorte und möchten dringend darum bitten, diese verschreibungspflichtigen Medikamente nur unter ärztlicher Anweisung/Aufsicht einzunehmen.

Speziell bei Kindern haben sich laut Erfahrungsberichten Nux Vomica Globuli D6 bei vielen bereits als recht hilfreich erwiesen. Allerdings gilt insbesondere bei Kindern auch für homöopathische Arzneimttel, was für schulmedizinische Medikamente gilt: Keine Einnahme ohne vorherige Rücksprache mit dem Kinderarzt.

Neben den herkömmlichen Medikamenten (z.B. Vomex, Vomacur u.a.) gegen Seekrankheit bzw. Übelkeit und Erbrechen (Antihistaminika) wie Zäpfchen, Tabletten oder auch die verschreibungspflichtigen aber mit Vorsicht zu genießenden Scopoderm-Pflaster aus der Apotheke, gibt es eine ganze Reihe von anderen Hausmittelchen aus der Kombüse:

Hilfe aus der Kombüse gegen Seekrankheit: Essen, Ingwer & Vitamin C

Einige Forscher setzen auf die Wirkung von hochdosiertem Vitamin C ( 2 Gramm ) gegen Seekrankheit. Es soll beim Abbau der Histamine helfen, die im Körper bei Seekrankheit gebildet werden. Einen Bericht hierzu erschien in der Zeit: Vitamin C

Nun kann ja der Verzehr von Vitamin C haltigem Obst grundsätzlich nicht schaden. Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C ( ebenso grüne saure Äpfel ) oder man nimmt es direkt in konzentrierter Form zu sich. Einen Versuch ist es wert.

Übrigens begründen die Forscher diese These mit der Tatsache, dass Schweine nicht seekrank werden, da ihr Körper selbstständig Histamine abbaut. Dass übermäßig viele Histamine während einer aufgetretenen Seekrankheit freigesetzt werden, gilt inzwischen unter Fachleuten nahezu als erwiesen. So gesehen könnte man Seekrankheit wohl auch als leichte Histamin-Vergiftung bezeichnen.
Auch Ingwer soll eine gute Wirkung haben. In Tablettenform unter dem Namen ZINTONA erhältlich. Allerdings wirkt Ingwer durchaus wehenfördernd (aber nicht unbedingt auslösend), weshalb gerade Schwangere hier vielleicht lieber etwas vorsichtig sein sollten.

Weiterhin empfehlen nicht nur Schiffsärzte gegen Seekrankheit (oder auch einfach Reisekrankheit) einen immer gut gefüllten Magen (und wenn es nur eine warme Suppe oder ein Brötchen ist - essen hilft, insbesondere Kartoffeln und Reis) und frische Luft - also rauf an Deck und ablenken!!!

Übrigens sinkt auch im Schlaf der Histamin Spiegel - im Zweifelsfall also: rauf an Deck, einkuscheln und aufwachen, wenn der schlimmste Seegang überwunden ist

Wieder andere Kreuzfahrt- und Seereisende empfehlen gegen Seekrankheit Akupressur Armbände gegen Seekrankheit, diese sind mitunter allerdings nicht ganz billig und es wird inzwischen auch ein ganz ordentliches Geschäft mit überteuerten Produkten betrieben. Also vergleichen bzw. beraten lassen - am besten in der Apotheke.

Faustregel: Solange man noch nicht erbrechen musste, kann eine Tablette noch helfen.

Daher bei den ersten Anzeichen, dass man seekrank wird, sofort handeln. Je früher man reagiert, desto schneller lässt sich die Seekrankheit meist in den Griff bekommen.

Wie kommt man nach Seekrankheit und Erbrechen schnell wieder auf die Beine?

Für Kinder und Erwachsene ist es im Falle von Erbrechen insbesondere wichtig, dass der Flüssigkeitshaushalt wieder hergestellt wird, normalerweise reichen hierzu Getränke wie Apfelschorle und ähnliches aus. Besondere Elektrolytpräparate sind nur in Ausnahmefällen nötig.

Und dann wäre da noch eine nicht unerhebliche psychische Komponente - um es mit den Worten von Kapitän Dr.Hoppert (AIDA) zu sagen:

"Mit der Seekrankheit ist es, wie mit vielen Dingen im Leben: Man muss nur ganz fest dran glauben, dann wird das was!"





(copyright Dr.med.P.Starmann/C.Starmann 04/2009)